Alicia Keys – Here

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Alicia Keys - HereRückbesinnung könnte man den aktuellen Lebensabschnitt wohl betiteln, in dem sich R’n’B-Sängerin Alicia Keys derzeit befindet. Zuerst entsagte sie öffentlich dem Glamour und schönen Schein, trat fortan nur noch ohne Make-up auf. Nun kam Anfang November mit „Here“ das neue Studioalbum in die Verkaufszeilen und schließt sich dieser neuen Attitude nahtlos an. Während des Entstehungsprozesses wurde Keys schwanger – was dem Album eine entsprechend geerdete Seele verleiht. Aber auch politisch besinnt sich Keys in ihren Texten auf ihre eigenen Erfahrungen zurück, greift angesichts der aktuellen Entwicklungen in Amerika und der Black-Lives-Matter-Bewegung die Dauerproblematik der Rassenthematik auf. Und verkocht all diese Einflüsse und Veränderungen – persönliche wie gesellschaftliche – zu einem süßen Allerlei, das gerne rebellisch wäre, dafür aber irgendwie doch einen Hauch zu klebrig-poppig ist. Fans der R’n’B-Ikone werden aber bestimmt auf ihre Kosten kommen.

Wie Softeis für die Ohren

„Here“ ist das erste Album der Sängerin nach vier Jahren. Sie selbst sagt darüber, dass sie noch nie so schnell Songs geschaffen hätte, wie bei diesem Longplayer. Angesichts des gefühlt etwas unsortierten Inhaltes hätte man sich gewünscht, Keys hätte sich vielleicht doch etwas mehr Zeit genommen. Dennoch: Betrachtet man „Here“ unter dem Gesichtspunkt der Rückbesinnung – auf Familie, Zugehörigkeit, musikalischer sowie familiärer Herkunft –, kann man Keys‘ Intention wohlwollend gegenüberstehen. Immerhin ist das Album direkt auf Platz 2 der US-Charts eingestiegen, holte sich später sogar noch den ersten Platz. Auch die Kritiker ließen sich weitgehend von Alicia Keys neuestem Output überzeugen, sprachen von revolutionären Anleihen, die gar an Sam Cooke’s Bürgerrechtshymne erinnerten. Als Gesamtwerk ist „Here“ ein braves Easy-Listening-Album, das gerne revolutionär wäre, dafür aber zu wenig auf den Tisch haut. Handwerklich und musikalisch stabil und gut gemacht, kann man das sechste Studioalbum der New Yorker Sängerin aber sehr gut anhören. Wer aber Überraschungselemente oder wahrlich rebellische Akzente sucht, wird enttäuscht werden. Eine Tour wurde bisher noch nicht angekündigt.

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