Literaturnobelpreis für Bob Dylan

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Literaturnobelpreis Für Bob DylanEndlich ist es offiziell: Auch Songtexte können literarisch anspruchs- und wertvoll sein. „Für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition“ zeichnete das Nobelpreiskomitee am 13. Oktober 2016 Rockmusiker Bob Dylan aus. Eine kleine Sensation. Nicht nur, weil der Literaturnobelpreis bisher ausschließlich an Dichter, Lyriker, Schriftsteller und Autoren ging. Sondern auch deshalb, weil die Wahl ausgerechnet auf Bob Dylan fiel. Ein Künstler zwar, der in seinen Songs stets den Zeitgeist und die aktuellen Geschehnisse aufzugreifen wusste. Und war dabei nicht unbedingt zimperlich oder zurückhaltend. Im Gegenteil.

Freude und Missgunst über die Wahl des Komitees

Als Verehrer Berthold Brechts und bekennender Kriegsgegner und Humanist transportiert Bob Dylan in seinen Texten immer eine Botschaft. Egal, ob er mit dem 1967er Song „Hurricane“ die rassistisch motivierte, falsche Verurteilung des ehemaligen Mittelgewichtsboxers Rubin Hurricane Carter aufgriff. Oder, ob er mit „Masters Of War“ öffentlich Kritik am Imperialismus und der Kriegsindustrie Amerikas übt. Selbst vor Gewaltdarstellungen schreckt Dylan nicht zurück. Vor diesem Hintergrund ist seine Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis auf jeden Fall etwas Besonderes.

Kein Wunder, dass die Neuigkeit von Bob Dylans Ehrung sofort kritische Stimmen auf den Plan gerufen hat. Besonders Literaten selbst scheinen sich davon angegriffen zu fühlen, dass das schwedische Nobelpreiskomitee durch seine Entscheidung mit der Tradition der vorangegangen 113 Literaturnobelpreisvergaben gebrochen hat. Die deutsche Musiklandschaft hingegen freut sich: Als ein „wichtiges Signal für alle Autoren und Komponisten“ bezeichnet der Deutsche Musikverlegerverband Dylans Auszeichnung, weil dadurch „Songs und Liedtexte herkömmlichen Literaturgattungen gleichgestellt“ würden. Auch BAP, Heinz Peter Kunze und Peter Maffay freuen sich für den Musikerkollegen, der den amerikanischen Musikmarkt seit den Fünfzigerjahren erheblich mitgeprägt hat, und dessen aktuelles Album „Fallen Angels“ Kritiker als „eigenwillige, romantische Vision vom Amerika des 20. Jahrhunderts“ herausstellen.

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